Das Forschungsinstitut gfs Bern prognostiziert für die Gewerkschaftsinitiative “für ein flexibles AHV-Alter” - welche faktisch einen frei wählbaren AHV-Rücktritt ab 62 fordert - einen JA-Stimmen-Anteil von rund 52%. Weiter analysiert das gfs: “Das Zustimmungsprofil entspricht dem links-etatistischen Potenzial (…), verstärkt durch die SVP.” Einmal mehr droht eine unheilige Allianz von links und rechts mit einem populistischen Anliegen durchzukommen und den Nachhaltigkeitsgedanken dabei auf der Strecke zu lassen.
Bei der demografischen Entwicklung der Schweiz (siehe nachfolgende Grafik des bfs) wäre diese Initiative künftig nur mit einer deutlichen Erhöhung des Lohnabzugs und mittelfristig auch der Steuerbelastung umsetzbar.

Unsere AHV ist eine grosse Errungenschaft und lebt von der Solidarität der arbeitenden Bevölkerung mit den älteren Mitgliedern unserer Gesellschaft. Dieser Generationenvertrag wird dann riskiert, wenn man die arbeitstätige Bevölkerung finanziell immer mehr belastet und sie gleichzeitig im Ungewissen darüber lässt, ob sie selbst jemals von ähnlichen Leistungen profitieren kann.
An dieser Stelle ein Zitat des amtierenden Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugmann (notabene ein sehr linker US-Ökonom, welcher u.a. für Mindestlöhne, starke Gewerkschaften und Reichtumssteuern eintritt). Seine “überraschende” Antwort auf die Frage “Und Europa macht alles besser?”: “Nicht alles. (…) Europa hat beispielsweise in der Rentenpolitik gewaltige Probleme. Die Erwerbstätigen lassen sich zu früh und zu allzu komfortablen Konditionen pensionieren. Diesbezüglich schneidet Amerika besser ab.” Quelle: Tages Anzeiger vom 21. Mai 2008
Nachhaltigkeit bedeutet ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt, aber auch mit den Finanzen und den Sozialwerken. Deswegen NEIN zur trügerischen AHV-Initiative am 30.11!
Grafik: Bundesamt für Statistik - Demografisches Porträt der Schweiz (Ausgabe 2007)
October 26th, 2008 by Michael Koepfli