Allgemein

Nun muss das Restaurant “Zunft zu Webern” die lebensgrossen Plastikbären neben ihren Tischen entfernen. Die Begründung: “Beeinträchtigung des Orts- und Strassenbilds”- wieder einmal siegt Paragraphenreiterei über das gesunde Augenmass.

Man kann über die Schönheit der Plastikbären zweifellos geteilter Meinung sein. Fakt ist aber, dass sie bei Kindern und Touristen sehr beliebt sind. Fakt ist auch, dass das Wohlergehen aller anderen durch die Bären wahrlich nicht beeinträchtigt wird. Es gibt in Bern andere Dinge, die das Ortsbild eher beeinträchtigen als ein paar Plastikbären (immerhin das Wappentier von Bern). Die Toleranz, welche man alternativer Kultur und Lebensformen - in den meisten Fällen absolut zu Recht - entgegenbringt, sollte auch für die Restaurantbetreiber in der Altstadt gelten.

Mir ist ein vielfältiges und farbiges Bern auf jeden Fall lieber als ein Bern in einem geordneten Einheitsgrau!

Sozialpolitik

Das Forschungsinstitut gfs Bern prognostiziert für die Gewerkschaftsinitiative “für ein flexibles AHV-Alter” - welche faktisch einen frei wählbaren AHV-Rücktritt ab 62 fordert - einen JA-Stimmen-Anteil von rund 52%. Weiter analysiert das gfs: “Das Zustimmungsprofil entspricht dem links-etatistischen Potenzial (…), verstärkt durch die SVP.” Einmal mehr droht eine unheilige Allianz von links und rechts mit einem populistischen Anliegen durchzukommen und den Nachhaltigkeitsgedanken dabei auf der Strecke zu lassen.

Bei der demografischen Entwicklung der Schweiz (siehe nachfolgende Grafik des bfs) wäre diese Initiative künftig nur mit einer deutlichen Erhöhung des Lohnabzugs und mittelfristig auch der Steuerbelastung umsetzbar.

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Unsere AHV ist eine grosse Errungenschaft und lebt von der Solidarität der arbeitenden Bevölkerung mit den älteren Mitgliedern unserer Gesellschaft. Dieser Generationenvertrag wird dann riskiert, wenn man die arbeitstätige Bevölkerung finanziell immer mehr belastet und sie gleichzeitig im Ungewissen darüber lässt, ob sie selbst jemals von ähnlichen Leistungen profitieren kann.

An dieser Stelle ein Zitat des amtierenden Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugmann (notabene ein sehr linker US-Ökonom, welcher u.a. für Mindestlöhne, starke Gewerkschaften und Reichtumssteuern eintritt). Seine “überraschende” Antwort auf die Frage “Und Europa macht alles besser?”: “Nicht alles. (…) Europa hat beispielsweise in der Rentenpolitik gewaltige Probleme. Die Erwerbstätigen lassen sich zu früh und zu allzu komfortablen Konditionen pensionieren. Diesbezüglich schneidet Amerika besser ab.” Quelle: Tages Anzeiger vom 21. Mai 2008

Nachhaltigkeit bedeutet ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt, aber auch mit den Finanzen und den Sozialwerken. Deswegen NEIN zur trügerischen AHV-Initiative am 30.11!

Grafik: Bundesamt für Statistik - Demografisches Porträt der Schweiz (Ausgabe 2007)

Justiz

Durch meinen Blog-Eintrag zur Ausbürgerungsinitiative der SVP, habe ich die Möglichkeit erhalten, einen Gastkommentar zu diesem Thema zu verfassen. Dabei nahm ich die Contra-Position ein, während Initiant Hans Fehr die Befürworter vertrat. Veröffentlicht wurde der Artikel in den Wochenmagazinen Sonntag und Leben und Glauben .

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Es freut mich ausserordentlich, dass ich schon nach 3 Monaten Bloggen diese Möglichkeit erhielt.

Hier der Link zum ganzen Artikel: Gastkommentar Ausbürgerungen

Allgemein

… siegen wahlarithmetische Rechenspielchen über die politische Glaubwürdigkeit.

Anders ist es nicht erklärbar, dass die “Frei”sinnigen für die anstehenden Stadtratswahlen vom 30. November eine Listenverbindung mit den Schweizer Demokraten (und „natürlich“ auch mit der SVP) eingehen.

Vordergründig schmückt sich die FDP mit dem Slogan “Wir Liberalen”, auf den ersten Blick sehr sympathisch. Wie sich liberale Grundwerte mit der konservativen und isolationistischen Politik der Schweizer Demokraten verbinden lassen, ist für mich aber nicht nachvollziehbar.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Schmusekurs mit (ganz) rechts-aussen vom liberalen Teil der FDP-Wählerschaft nicht goutiert wird. Es wäre ein wichtiges Zeichen gegen die stetig zunehmende Polarisierung und Blockbildung in der Stadt Bern.