“Wir können es uns leisten”, verkündete der ehemalige Finanzminister Otto Stich in einer landesweiten Inseratekampagne vor nicht einmal drei Monaten. Zusammen mit den Befürwortern der “AHV-Initiative“ strebte er einen faktisch frei wählbaren AHV-Rücktritt ab 62 Jahren an.
Ich habe meine Bedenken bereits im Abstimmungskampf ausführlich dargelegt. Nun ist heute folgende Agenturmeldung erschienen, welche die Aussage von Alt-Bundesrat Stich ein weiteres Mal als realitätsfremden Populismus entlarvt:
“Selbst bei optimistischen Annahmen ist die Finanzierung der AHV mit den heutigen Einnahmequellen ab dem Jahr 2017 finanziell nicht mehr gesichert. Dies geht aus einem Bericht hervor, den der Bundesrat verabschiedet hat. (…) Neue Berechnungen für drei Szenarien der Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung bestätigen laut Bundesrat im Wesentlichen die Aussage, “dass die Finanzierung der AHV mit den heutigen Einnahmequellen mittel- bis langfristig nicht gesichert ist”. Kennzahl dafür ist das so genannte Umlagergebnis, das heisst die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben der AHV ohne Berücksichtigung des Anlageertrages. (…) Beim tiefen Szenario rutscht die AHV ohne Gesetzesänderungen bereits 2010 ins Minus, beim mittleren ab 2011. (…) Ab 2017 ist die AHV dann auch bei optmistischen Annahmen in den roten Zahlen. Ab 2019 überschreitet das Defizit die Milliardengrenze, 2025 erreicht es gut 5 Milliarden Franken. (…)”
Quelle: sda (ungekürzt findet man die Meldung auf swissinfo)
Einmal mehr zeigt sich, dass die Schweizer Bevölkerung an der Urne meist sehr vernünftig votiert und populistischen Verführungen und Angst-Kampagnen von links und rechts widersteht. Bleibt zu hoffen, dass dies auch am 8. Februar der Fall ist…

