Kultur, Stadtrat

Der Gemeinderat hat diese Woche kommuniziert, dass er auch bei einer allfälligen Fusion von Stadttheater und Symphonieorchester bereit ist, für Subventionsperiode 2012-2015 von Seiten der Stadt gleich viel Geld zu sprechen wie bis anhin.

Dies obwohl insbesondere Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) - absolut zu recht - schon mehrfach darauf hingewiesen hat, dass die Stadt Bern für diese Kulturbetriebe zu viel und die Agglomerationsgemeinden bzw. der Kanton zu wenig bezahlen.

Die Stadt Bern übernimmt derzeit jeweils 39% der Subventionen für das Stadttheater und das Symphonieorchester, die Agglomerationsgemeinden zusammen gerade einmal 11%. Bei den Besuchern stellt die Stadt Bern einen Anteil von 31% (Stadttheater) und 36% (Symphonieorchester), während dies bei den Agglomerationsgemeinden 48% (Stadttheater) und 37% (Symphonieorchester) sind. Gesamthaft betragen die durchschnittlichen Kulturausgaben pro Einwohner in der Stadt Bern 251 Franken, in den Agglomerationsgemeinden - welche stark vom Angebot der Stadt Bern profitieren - 23 Franken. (Zahlen siehe Berner Zeitung vom 20.06.09)

Ich bin klar der Meinung, dass sich die Stadt Bern diese ungerechte und einseitige Finanzierung nicht mehr länger leisten kann und soll. Wenn man etwas daran ändern möchte, muss dies vor der Unterzeichnung der neuen kulturellen Leistungsverträge für die Subventionsperiode 2012-2015 geschehen. Vom Gemeinderat und insbesondere vom Stadtpräsidenten erwarte ich deshalb, dass sie von den Agglomerationsgemeinden ein klares finanzielles Bekenntnis zum Kulturangebot in der Stadt Bern und insbesondere zu den kostenintensiven Kulturinstitutionen Stadttheater und Symphonieorchester einfordern und den Status quo nicht einfach vier weitere Jahre zulassen.

Aus diesem Grund habe ich gestern im Stadtrat eine kleine Anfrage zum Thema eingereicht.

Gesellschaft

Die evangelikale EDU macht mit dem Slogan “Es geht auch ohne Minarette!” Werbung für ein Ja zur anstehenden Abstimmung  über die Volksinitiative “Gegen den Bau von Minaretten”. Das ist wohl das hilfloseste Argument welches jemals als Rechtfertigung für ein Verbot herhalten musste und zeigt, dass es eben keine sachlichen Argumente für diese Initiative gibt.

Und übrigens: “Es geht auch ohne EDU!”, liebe EDU. In einem liberalen und pluralistischen Staat habt ihr aber genauso Platz wie Minarette und im Übrigen auch die Plakate der Freidenker.