Die evangelikale EDU macht mit dem Slogan “Es geht auch ohne Minarette!” Werbung für ein Ja zur anstehenden Abstimmung über die Volksinitiative “Gegen den Bau von Minaretten”. Das ist wohl das hilfloseste Argument welches jemals als Rechtfertigung für ein Verbot herhalten musste und zeigt, dass es eben keine sachlichen Argumente für diese Initiative gibt.
Und übrigens: “Es geht auch ohne EDU!”, liebe EDU. In einem liberalen und pluralistischen Staat habt ihr aber genauso Platz wie Minarette und im Übrigen auch die Plakate der Freidenker.
October 8th, 2009 at 2:27
[…] Michael Knöpfli: Wenn Argumente fehlen: Die EDU zur Minarett-Initiative […]
October 8th, 2009 at 21:36
Das gleiche “Argument” wird ja des öftern auch gegen gewalthaltige Computerspiele vorgebracht: Solche Spiele braucht niemand usw.
Bei der Minarett-Initiative zeigt sich die Intoleranz aber auf beiden Seiten: Die einen wollen die Minarette verbieten, die anderen misbrauchen ihr Amt, um die Plakate der Initianten zu zensieren.
Wo bewegen wir uns eigentlich noch hin?
October 9th, 2009 at 0:11
In Ihrer Stellungnahme vom Oktober 2008 behauptet die Rassismuskommission:
“Ein Minarett-Verbot schränkt das Recht der Musliminnen und Muslime ein, ihre Religion allein und in Gemeinschaft mit anderen auszuüben.”
Als gläubiger Moslem verletzt mich diese Aussage sehr.
Das ist eine Lüge, denn Musliminnen und Muslime können auch ohne Minarette ihre Religion allein und in Gemeinschaft mit anderen ausüben. Sie können dies in einer Moschee und in einem islamischen Gemeinschaftszentrum tun. Minarette sind keine Versammlungsräume, es handelt sich dabei um Türme.
Aus diesem Grund braucht es in der Schweiz auch keine Minarette.
October 9th, 2009 at 0:21
@ Selen
Für mich ist es gar nicht entscheidend, ob die Minarette für eine Ausübung der Religion zwingend sind. Vielmehr sind für mich als überzeugten Liberalen für ein neues Verbot zwingende Argumente notwendig und diese sehe ich im Falle der Minarette nicht!
October 9th, 2009 at 11:47
Es ist die Tatsache, dass das Minarett-Verbot das Recht auf Glaubensfreiheit nicht einschränkt (siehe Kommentar oben).
Lasst uns Moslems doch einfach in Ruhe. Wir können unseren Glauben auch in unseren Gemeinschaftszentren oder Moscheen heute schon ausüben. Der Bau eines Minarettes verstärkt die Spannungen zwischen der Schweizer Bevölkerung und uns Moslems nur unnötig.
Oder habt Ihr schon versucht, im Kosovo oder in der Türkei (ein zukünftiges EU-Land) einen katholischen Glockentum zu bauen? Was meint Ihr, wird wohl geschehen?
October 16th, 2009 at 13:38
@Selen
Die Einzigen, die euch nicht in Ruhe lassen und euch reinreden wollen, sind die Leute, die ein Verbot fordern.
Es geht darum, dass es keine unnötigen Verbote braucht. Und allein die Tatsache, dass es auch ohne Minarette geht, ist noch kein Grund, diese zu verbieten.
Anders ausgedrückt: Es geht auch ohne Alkohol und Sex. Aber keines von beidem ist verboten.
October 23rd, 2009 at 17:30
@Selen: Im Kosovo gibt es seit je Kirchtürme. In Pristina bauen muslimische Arbeiter gerade die katholische Mutter-Theresa-Kathedrale – sie wird mit 70 m das höchste Gebäude in Pristina sein. Siehe: http://blogs.reuters.com/faithworld/2008/09/29/some-kosovo-crypto-catholics-embrace-their-faith-publicly/