… eine Allianz von xenophoben Angstmachern und evangelikalen Fundamentalisten erreicht mit einer rein symbolischen, aber für das Ansehen der Schweiz äusserst schädlichen Initiative fast 60% Zustimmung.
Ich glaube aber nicht, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung derart intolerant oder gar xenophob denkt, wie es das Resultat vermuten lassen könnte. Vielmehr ist es den Initianten leider gelungen, tatsächlich existierende Probleme und Ängste - wie bspw. die Unterdrückung der Frau im radikalen Islam - mit dieser Initiative in Verbindung zu bringen. Nur wird keines dieser Probleme durch das Minarett-Verbot gelöst. Stattdessen wird damit ein Signal gegen alle, auch die moderaten und bestens integrierten Muslime in der Schweiz versendet. Und nicht zuletzt droht die Schweiz zu einer Zielscheibe des radikalen Islam zu werden. Oder um es mit Daniel Binswanger zu sagen: “Es gibt viele auch unangenehme Debatten, die offen und konsequent geführt werden müssen: über den zulässigen Umgang mit dem Schleier im öffentlichen Raum, über die Rechte von Frauen und Töchtern in bestimmten Immigrantengruppen, über Schulprogramme und Bildungsziele. Der Schaukampf ums Minarett wird diese nötigen Auseinandersetzungen keinen Millimeter voranbringen. Im Gegenteil: Der Krieg der Symbole ist nichts als ein billiges Ausweichmanöver.”
Schönes, aber leider wirkungsloses Detail am Rande: Die Stadt Bern sagt mit 64.26% Nein
November 29th, 2009 at 20:23
Unglaublich wie Sie hier breite Volksmassen und die Mehrheit der heutigen Wähler beleidigen! Schämmen Sie sich Herr Köpfli!! Sie sind kein guter Demokrat und Verlierer mit so einer Aussage!! Und das von einem Politiker zu hören!!
Es ist das zu akzeptieren was das Volk beschlossen hat. Ich stand auch schon oft genug auf der Verliererseite. Für meine Haltung musste ich von ihrer Seite in den letzten Wochen viel Abneigung einstecken. Nun habe meine und jene Argumente der Minarettgegner mehr überzeugt als jene der Gegner.
So ziemlich dreckig finde ich die Rolle von SF DRS. Der Herr mit der Fliege versucht wieder krampfhaft zu erklären, weshalb er um 20% daneben lag mit seine Vorhersagen. Bei den 37% der vormaligen Befürworter wurden viele arrogant vom gfs als ungebildet abgekanzelt. Nun sind es aber ein bisschen viele Ungebildete geworden wie mir scheint. Finden sie nicht auch??
Es haben gerade haufenweise Gebildete für die Vorlage gestimmt, bei grosser Abstimmungsbeteiligung. Selbst in der Westschweiz. Der beste Beweis dafür das die Linken mit ihren Argumenten voll daneben liegen. Wir haben ein Islamproblem!! Unglaublich auch wie CVP Pfister behauptet das seine Partei eine gute Arbeit gemacht hat, wenn scheinbar auch viele CVP-ler für ein Verbot votierten. Erfreulich ist die Tatsache, dass breite Massen in FDP und CVP ihren Parteien die Gefolgschaft verweigert haben!
Bravo!!
November 30th, 2009 at 2:28
@ Odin: Ich habe die Befürworter mit keiner Silbe beleidigt und ich akzeptiere den Volksentscheid auch. Aber ich kann ihn nicht nachvollziehen. Und dies ist auch als Verlierer mein gutes Recht!
November 30th, 2009 at 12:38
Hervorragend formuliert Michael, bin absolut Deiner Meinung. Mal jemand den den Kopf kühl behält, die Sachlage nicht aus den Augen verliert und keine Emotionen schürt.
Bravo Herr Köpfli!;) (aber nur mit einem Ausrufezeichen, ich denke das reicht)
lg Philipp
November 30th, 2009 at 15:05
Ich habe die Initiative auch abgelehnt, aber:
> Und nicht zuletzt droht die Schweiz zu einer Zielscheibe des radikalen Islam zu werden.
Angst vor Terroranschlägen kann doch nicht im Ernst als Argument gegen die Initiative gelten!
Falls doch, ist die Angst einer Mehrheit der Schweizer vor dem Islam vielleicht doch nicht unberechtigt…
December 1st, 2009 at 1:43
Genau, jetzt müssen die Debatten geführt werden. Offen, schonungslos und ohne Tabus. Mich beschleicht schon länger das Gefühl, dass es in der Schweiz eine solche Qualität an Debatten nicht gibt. Sie bleiben an der Oberfläche oder werden schnell einmal als zu intellektuell taxiert. Eine billige Ausrede.
Ich teile die Auffassung nicht, dass u.a. “xenophobe Angstmacher” dieses Ja erreichten. Vielmehr sind Herr und Frau Schweizer nach 18 Monaten “Krise, Krise!” dermassen verängstigt, dass wohl jede Initiative, die irgendwie gegen Europa, Ausländer oder Asyl gerichtet gewesen wäre, ebenfalls durchgekommen wäre.
Die Abstimmung von gestern hatte eine Ventilfunktion. Bloss wurden mit dem deftigen Ablassen von Druck neue Probleme geschaffen. Das hätten wir uns besser erspart.
December 1st, 2009 at 11:43
@ Mark Balsiger: Mit der “Allianz von xenophoben Angstmachern und evangelikalen Fundamentalisten” meinte ich ausschliesslich das Initiativkomitee und keineswegs alle Personen, welche an der Urne Ja gesagt haben.
Und da bleibe ich dabei, die Urheber der Initiative waren zum grössten Teil “xenophobe Angstmacher” (der nationalkonservative Flügel der SVP) und “evangelikale Fundamentalisten” (EDU).
Ich halte es auch für denkbar, dass Begleitumstände (bspw. die Rezession, die Libyen-Krise oder Berichte über die Unterdrückung der Frauen in gewissen islamischen Ländern) einen Einfluss auf das Resultat hatten. In dem Sinn, hatte die Initiative teilweise wahrscheinlich die von Dir genannte “Ventilfunktion”.
Das Problem ist aber, dass die ganzen 57% Ja Stimmen vielerorts nun direkt der SVP und der EDU zugerechnet werden (gerade im Ausland). Dieser “Triumph” wird die erwähnten Parteien massiv stärken.
Das ist bedauerlich, aber auch darauf zurückzuführen, dass die anderen Parteien gewisse heikle Themen zu lange nicht offen diskutiert haben.
December 1st, 2009 at 20:36
Herr Köpfli, natürlich beleidigen Sie die Stimmbürger dieser Initiative. Ihr Zitat: ” eine Allianz von xenophoben Angstmachern und evangelikalen Fundamentalisten erreicht mit einer rein symbolischen, aber für das Ansehen der Schweiz äußerst schädlichen Initiative fast 60% Zustimmung.”
Mit den xenophoben und evangelikalen Fundamentalisten beleidigen Sie nicht nur die Initianten, sondern auch deren gestrigen Wähler. Eine SP-Anhängerin der Initiative, würde Ihnen für diese Aussage eine Ohrfeige verpassen, weil diese wohl kaum auf evangelikale Fundamentalisten hört. Aber eben, ausgerechnet viele SP Frauen, wie übrigends die Mehrheit der Frauen, haben für diese Vorlage votiert!! Bei dieser Vorlage ging es um ein Problem des politischen Islams und nicht um radikales Christentum. Aber von den Linken sind wir diese Art der primitiven Schubladisierung leider gewöhnt. Dann würde ich gerne noch wissen, was für Sie evangelikale Fundamentalisten sind? Wer?? Um Wäfler kann man sich streiten, bei den übrigen Initianten erkennt man ziemlich schnell, dass diese keine evangelikalen Fundamentalisten und keine Angstmacher sind. Sie hatten einfach keine brauchbaren Gegenargumente und spielen so wieder auf den Mann/ die Frau.
Zitieren Sie jetzt bitte ja nicht die EU oder die UN. Was die linken EU-Regierungen sagen ist eine Sache, was deren Völker sagen eine ganz andere. Bei den Umfragen in ausländischen Onlineportalen sprach sich eine grosse Mehrheit gegen Minarette aus und begrüßte ausdrücklich unserer Verbot. Bei einer Volksbefragung zu den Minaretten würden diese Länder gleich entscheiden. Die UN sollte dann auch besser die Klappe halten, wenn ein Teil ihrer Mitgliedsländer schwerste Menschenrechtsverletzungen begeht. Dieser Sauhaufen muss uns nicht erklären, wie die Demokratie und Menschenrechte funktionieren!! Dazu noch pervers, wenn Iran und Libyen in den wichtigsten UN-Gremien sitzen, in einem Verein der sich für Humanität, Menschrechte und Demokratie einsetzt!
Das Sie vor dem Islam und den Reaktionen der islamischen Länder Angst haben und kuschen ist klar. Wir würden auch ohne dieses Resultat in Zukunft Probleme mit den muslimischen Ländern und Immigranten haben. Es sagt ja auch keiner, dass das Minarett-Verbot nun alle Probleme lösen wird. Aber das Verbot ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung lassen sich eben nicht mit Geld messen. Auch nicht mit den wirtschaftlichen Einbussen, die wir womöglich mit muslimischen Ländern bekommen. Die japanischen und indischen Touristen werden unser Land vielleicht auch nicht mehr besuchen wollen, wenn überall Minarette gebaut werden. Für Berge und Minarette zu sehen können sich diese Leute dann einen kürzeren Weg nehmen. Tourismus Schweiz wird sich darüber freuen…